Eine erlebnisreiche Woche in Nordengland

Der 25. Austausch zwischen dem Martinum und der Clitheroe Royal Grammar School

Eine Woche voller Begegnungen, Entdeckungen und gemeinsamer Erlebnisse liegt hinter 22 Schülern der Jahrgangsstufe 10 des Gymnasiums Martinum. Im Rahmen des traditionsreichen Austauschs besuchten sie in Begleitung ihrer Lehrkräfte Thomas Farin und Denise Instinsky die Clitheroe Royal Grammar School im nordenglischen Lancashire.

Am Mittwoch, 10. September, ging es von Düsseldorf aus mit dem Flugzeug in knapp 1,5 Stunden nach Manchester und von dort aus weiter zur Partnerschule, wo die englischen Partner mit ihren Familien bereits gespannt warteten. Nervosität und Aufregung waren den Jugendlichen anzumerken, doch schon die ersten Begegnungen machten deutlich, dass die Freude über das Wiedersehen und die Vorfreude auf die gemeinsame Woche überwog.

Am Donnerstag folgte der erste Schultag in Clitheroe. Nach einer Begrüßung durch die Schulleitung erhielten die deutschen Schüler von einigen englischen Jugendlichen eine ausführliche Führung durch die verschiedenen Gebäude der Royal Grammar School. Besonders die englischen Schuluniformen, die für die britischen Jugendlichen selbstverständlich sind, sorgten für neugierige Blicke – schließlich gibt es sie auch in verschiedenen Ausführungen, je nachdem ob an dem Tag Sport auf dem Stundenplan steht oder nicht. Danach ging es kulinarisch weiter: In einem Backkurs, der von der englischen Lehrerin und Leiterin des Austauschs, Christina Gasser, geleitet wurde, bereiteten die Emsdettener Jugendlichen in der Schulküche Scones zu, ein typisch englisches Gebäck. Einige hatten von ihren Austauschpartnern auch die dazu typischerweise servierte Clotted Cream und Marmelade mitbekommen, sodass die Scones sofort probiert werden konnten. Zum Mittagessen gab es dann in der Schule mit Fish & Chips eine weitere Spezialität, die den Start in die Woche typisch englisch machte. Am Nachmittag folgte dann noch eine Stadtrallye durch Clitheroe, bei der die Emsdettener die Kleinstadt mit ihren Geschäften, Gassen und der bekannten Burgruine näher kennenlernten.

Am nächsten Tag stand ein Ausflug nach Liverpool auf dem Programm – gemeinsam mit den englischen Austauschpartnern. In der Hafenstadt wartete ein abwechslungsreiches Programm, bei dem das Thema „Musik“ im Mittelpunkt stand. Nach einem Gruppenfoto mit der Beatles-Statue folgte der Besuch der „British Music Experience“, einem interaktiven Museum, das die Geschichte britischer Popmusik erzählt. Dort ging es in einem Quiz um verschiedene Epochen der Popmusik, bei einer Tour konnten zum Beispiel Originalkostümen berühmter Bands bestaunt werden und am Ende probierten viele selbst Instrumente aus oder tanzten zu verschiedenen Musikstücken. Anschließend blieb noch Zeit, die Stadt Liverpool in kleinen Gruppen zu erkunden und Souvenirs zu kaufen.

Das Wochenende war den Gastfamilien vorbehalten und bot so die vielleicht intensivsten Erfahrungen der Woche. Die Aktivitäten waren so vielfältig wie die Familien selbst: Maximilian Busch und Femke Hurcks besuchten die historische Stadt York mit ihren mittelalterlichen Gassen. Julia Richter, Lilith Heidotting und Hannes Laabs schnürten mit ihren Gastfamilien die Wanderschuhe für Touren im Lake District oder in den Yorkshire Dales. Lorenz Sandfort erlebte die britische Fußballkultur hautnah bei einem Premier League-Spiel des FC Burnley gegen den FC Liverpool. Wieder andere trafen sich mit mehreren englischen und deutschen Jugendlichen zum Bowling oder zum Schlittschuhlaufen.

Nach dem Wochenende in den Gastfamilien folgte dann am Montag erneut ein Tag an der Gastschule. Die Emsdettener nahmen am Deutschunterricht eines jüngeren Jahrgangs teil und halfen beim Vokabellernen, beantworteten Fragen und ließen sich für einen Steckbrief interviewen. Für die britischen Jugendlichen war dies eine einmalige Gelegenheit, mit Muttersprachlern zu sprechen und vielleicht wurde so auch bei dem ein oder anderen das Interesse an der eigenen Teilnahme am Austausch in drei Jahren geweckt. Außerdem konnten die Austauschteilnehmer mehr über den Nationalsport Cricket lernen und dann bei einem von einigen Austauschpartnern geleiteten Kurs auch praktisch in einen Sporteintauchen, der ihnen zunächst fremd erschien. Am Nachmittag nahmen sie außerdem am Unterricht in Mathematik und Naturwissenschaften teil, bevor der Tag mit einem gemeinsamen Essen aller Austauschbeteiligten endete.

Der Dienstag gehörte der Metropole Manchester. Eine Stadtführung führte die Jugendlichen sowohl durch moderne Einkaufsstraßen als auch zu den Spuren des industriellen Erbes, das die Stadt bis heute prägt. Spannend war für viele, dass Themen auftauchten, die bereits zuvor im Englischunterricht behandelt worden waren – plötzlich stand das Gelernte in einem ganz konkreten Zusammenhang. Der Besuch des National Football Museum bildete für man einen den Höhepunkt des Tages: Zwischen historischen Trikots, Pokalen und interaktiven Ausstellungsstücken wurde die Leidenschaft der Engländer für ihren Nationalsport eindrucksvoll spürbar.

Am Mittwoch war der Moment gekommen, sich von den Partnern zu verabschieden. Auf dem Weg zum Flughafen blieb noch Zeit für einen Zwischenstopp im Trafford Centre, einem der größten Einkaufszentren Englands. Dort wurden letzte Souvenirs besorgt.

Am Ende blickten alle Austauschteilnehmer auf eine Woche zurück, die ihnen nicht nur zahlreiche Erlebnisse und Ausflüge beschert hatte, sondern vor allem auch Begegnungen, die über Ländergrenzen hinweg verbinden.

D. Instinsky